E-Mail-Automation 2026: Was dein Tarif erlaubt

Vergleich · 9. September 2026 · 10 Min. Lesezeit

Transparenz: Mit * markierte Links sind Werbe-/Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Unsere Empfehlungen bleiben davon unabhängig.
Kurz gesagt: Über deinen Funnel entscheidet nicht der Monatspreis, sondern die Zahl der Automationen, die dein Tarif überhaupt zulässt. GetResponse erlaubt im Starter-Tarif laut eigener Hilfeseite „one custom workflow with up to six elements“ — und Tagging steht dort ausdrücklich unter „Not available“. MailerLite gibt im Gratis-Tarif 3 aktive Automationen mit je 5 Schritten. Systeme.io nennt für den Gratis-Tarif „1 automation rule“. KlickTipp staffelt die automatisierten Kampagnen nach Preis: 3 im Standard für 30 €, 6 für 50 €, 10 für 70 €. Ein vollständiger Funnel braucht typischerweise vier.

Preisseiten vergleichen Kontakte, Mails und Landingpages. Die Zahl, an der ein automatisierter Funnel tatsächlich scheitert, steht dort selten in der ersten Spalte: wie viele Automationen laufen dürfen und aus wie vielen Schritten jede bestehen darf. Dieser Beitrag stellt diese Grenzen für vier Werkzeuge nebeneinander — alle Angaben aus den Preis- und Hilfeseiten der Anbieter, abgerufen am 9. September 2026.

Ein Funnel ist nicht eine Automation, sondern vier

Wer „automatisierter Funnel“ sagt, meint meistens die Willkommensserie. Die ist aber nur der erste von mehreren Abläufen, die unabhängig voneinander starten müssen:

  • Die Willkommensserie — startet bei der Bestätigung der Anmeldung.
  • Die Auslieferung des Lead-Magneten — startet beim Download und läuft für Leute, die nur die Datei wollten, anders weiter.
  • Die Reaktivierung — startet, wenn jemand über einen längeren Zeitraum nichts mehr anklickt.
  • Die Anschlussserie nach dem Kauf oder nach dem Angebot — startet beim Kauf oder beim Ablauf einer Frist.

Das sind vier Auslöser, also in jedem gängigen Werkzeug vier getrennte Automationen. Sie hängen nicht hintereinander, sie übergeben aneinander — und genau deshalb ist die Obergrenze im Tarif keine Kleinigkeit, sondern die Frage, ob überhaupt ein Funnel entsteht oder nur eine Mailserie.

Was die Tarife wirklich erlauben

TarifAktive AutomationenSchritte je AutomationTags
GetResponse Free (nach den 14 Premium-Tagen)nur Entwürfe speichern——
GetResponse Starter1 Workflowmax. 6 Elementenicht enthalten
GetResponse Marketerunbegrenztkeine Angabeenthalten
MailerLite Free (bis 250 Abonnenten)35Gruppen und Segmente
MailerLite Comfort50100Gruppen und Segmente
MailerLite Powerunbegrenzt100Gruppen und Segmente
Systeme.io Free (bis 2.000 Kontakte)1 Automatisierungsregelkeine Angabeenthalten
Systeme.io Startup10 Automatisierungsregelnkeine Angabeenthalten
KlickTipp Standard (30 €/Monat, bis 2.500 Empfänger)3 automatisierte Kampagnenkeine Angabebeliebig viele
KlickTipp Premium (50 €/Monat)6keine Angabebeliebig viele
KlickTipp Deluxe (70 €/Monat)10keine Angabebeliebig viele

Quellen: Preis- und Hilfeseiten der Anbieter, abgerufen am 09.09.2026. GetResponse nennt die Starter-Grenze im Hilfeartikel zu den Workflow-Vorlagen und führt „Tagging“ in der Nicht-verfügbar-Liste des Starter-Tarifs; MailerLite listet aktive Automationen und Schritte als eigene Zeilen der Tarifübersicht; systeme.io beschreibt die Tarife auf der Preisseite mit „1 automation rule“, „10 automation rules“ und so weiter; KlickTipp führt „Automatisierte Kampagnen“ als Zeile der Preistabelle. „Keine Angabe“ heißt: Der Anbieter veröffentlicht dazu keine Zahl — nicht, dass es keine Grenze gibt.

Rechne die Schritte, bevor du buchst

Die Schrittzahl klingt harmlos, bis man eine echte Serie dagegenhält. Beide Anbieter, die eine Zahl nennen, zählen jedes Bauteil einzeln: Eine Mail ist ein Schritt, eine Wartezeit ist ein Schritt, eine Bedingung ist ein Schritt.

Eine fünfteilige Willkommensserie besteht damit aus fünf Mails und vier Wartezeiten dazwischen — neun Schritte. Im Gratis-Tarif von MailerLite sind fünf erlaubt. Es passen also drei Mails mit zwei Wartezeiten hinein, danach ist der Ablauf zu Ende. Bei GetResponse zählt der Auslöser als eines der sechs Elemente mit: Auslöser, Mail, Wartezeit, Mail, Wartezeit, Mail — sechs. Auch hier: drei Mails, Schluss.

Das ist unsere Rechnung aus den Bauteilen, die die Anbieter selbst aufzählen, keine Anbieterangabe. Sie ändert aber die Frage vor dem Kauf: Nicht „ist Automation enthalten?“, sondern „wie viele Mails passen in eine Automation, die ich wirklich bauen will?“. Wie eine fünfteilige Serie inhaltlich aussieht, steht in unserer Willkommens-Mail-Serie.

Die Grenze, die auf keiner Preisseite auffällt: das Tag

Vier Automationen ergeben nur dann einen Funnel, wenn sie voneinander wissen. Wer den Lead-Magneten heruntergeladen hat, soll die Willkommensserie nicht doppelt bekommen; wer gekauft hat, soll aus der Angebotsserie herausfallen. Dieses Wissen wird in der Praxis als Tag am Kontakt gespeichert — die eine Automation setzt es, die andere prüft es.

Genau deshalb ist eine Zeile im GetResponse-Starter-Tarif folgenreicher als die Zahl davor: „Tagging“ steht dort unter „Not available“, und die Hilfeseite zu den Workflow-Vorlagen sagt zum selben Tarif, dass Tags und Scoring innerhalb dieser Workflows nicht zur Verfügung stehen. Ein einzelner Workflow ohne Tags kann eine Serie verschicken, aber nichts übergeben. Ab dem Marketer-Tarif sind Vorlagen wie „Basic tagging plan“ und „Tag contacts based on score“ gelistet — dort beginnt die Funktion, die man beim Wort „Automation“ eigentlich meint.

Umgekehrt bauen KlickTipp und Systeme.io von vornherein auf Tags statt auf Listen; bei KlickTipp sind sie in jedem Tarif unbegrenzt. Man kauft dort also nicht die Tag-Logik, sondern die Zahl der Kampagnen, die sie nutzen dürfen. Was die Werkzeuge sonst unterscheidet, steht im Tool-Vergleich.

Regel und Workflow sind nicht dasselbe

Systeme.io führt in seiner Preistabelle zwei getrennte Zeilen: „Automation rules“ und „Workflows“. Das ist keine Wortklauberei, sondern ein echter Unterschied. Eine Regel ist ein einzelner Wenn-dann-Satz: Formular abgeschickt, also Tag setzen. Ein Workflow ist der mehrstufige Ablauf mit Wartezeiten und Verzweigungen.

In den Tarifbeschreibungen von systeme.io stehen nur die Regeln mit Zahlen: eine im Gratis-Tarif, zehn im Startup-Tarif, hundert im Webinar-Tarif, unbegrenzt im höchsten. Die Zahl in der Workflow-Zeile lädt die Preisseite erst im Browser nach — wir konnten sie beim Abruf nicht auslesen und geben sie deshalb hier nicht an. Wer Systeme.io wegen der Automation nimmt, sollte diese Zeile im eingeloggten Konto selbst nachsehen, statt sich auf eine Zahl aus einem Vergleichsartikel zu verlassen.

Wie viele Eingänge darf eine Automation haben?

Die dritte stille Grenze betrifft den Auslöser. MailerLite bietet sieben Standard-Auslöser an: Eintritt in eine Gruppe, Absenden eines Formulars, Klick auf einen Link, Änderung eines Feldes, Eintritt in ein Segment, jährlicher Jahrestag und ein festes Datum. Dazu kommen Shop-Auslöser wie der abgebrochene Warenkorb, sobald ein Shop angebunden ist.

Mehrere Auslöser für dieselbe Automation sind laut Hilfeseite jedoch „a paid feature available on the Power plan only“, dort bis zu drei je Automation. Praktisch heißt das: Wenn dieselbe Serie über zwei Wege startbar sein soll — etwa Formular und Gruppenzuweisung —, baust du sie unterhalb des Power-Tarifs zweimal. Und jede Kopie zählt gegen dein Automations-Kontingent. Im Gratis-Tarif mit drei Automationen sind zwei Eingänge für eine Serie damit bereits zwei Drittel des Budgets.

Was das für die Tool-Wahl heißt

  • Du willst gratis starten und trotzdem eine echte Serie fahren. MailerLite* gibt im Gratis-Tarif drei Automationen mit je fünf Schritten — genug für eine dreiteilige Willkommensserie plus zwei weitere kleine Abläufe, bei 250 Abonnenten und 2.500 Mails im Monat.
  • Seiten, Funnel und Mails sollen aus einer Hand kommen. Systeme.io* erlaubt gratis 3 Funnels und 2.000 Kontakte, aber nur eine Automatisierungsregel. Für das Ausprobieren eines Angebots reicht das; sobald zwei Abläufe nebeneinander laufen sollen, ist der nächste Tarif fällig.
  • Die Tag-Logik ist dein Herzstück. KlickTipp* liefert unbegrenzte Tags in jedem Tarif und drei automatisierte Kampagnen ab 30 € im Monat, inklusive unbegrenztem Versand. Die vierte Kampagne kostet den Sprung auf 50 €.
  • Du schaust dir GetResponse an. Dann ist der Starter-Tarif für einen Funnel die falsche Stufe: ein Workflow, sechs Elemente, kein Tagging. Die Automation, für die man das Werkzeug kauft, beginnt bei GetResponse* erst im Marketer-Tarif.

Was die Tarife dann monatlich kosten und nach welchen drei Modellen sie abrechnen, steht in unserem Beitrag zu den E-Mail-Marketing-Kosten; die Rechnung für deine Listengröße macht der Kostenrechner.

Fazit

Die interessante Zahl steht nicht neben dem Eurozeichen. Bevor du einen Tarif buchst, zähl die Abläufe, die dein Funnel braucht — meist vier —, zähl die Mails und Wartezeiten der längsten Serie, und such dann in der Tarifübersicht nach genau diesen beiden Zeilen. Bei drei der vier hier verglichenen Werkzeuge scheitert der Einstiegstarif an der ersten Zahl, nicht am Preis. Wie der Ablauf dahinter überhaupt aufgebaut wird, steht im Beitrag zum E-Mail-Funnel.

Häufige Fragen

Wie viele Automationen brauche ich für einen einfachen Funnel?

In der Praxis vier, weil vier verschiedene Ereignisse einen eigenen Ablauf starten: die bestätigte Anmeldung, der Download des Lead-Magneten, längere Inaktivität und der Kauf beziehungsweise das Ende einer Angebotsfrist. Mit einer einzigen Automation lässt sich eine Mailserie verschicken, aber kein Funnel bauen, weil die Abläufe einander nichts übergeben können.

Reicht der Gratis-Tarif von MailerLite für eine Willkommensserie?

Für eine dreiteilige ja, für eine fünfteilige nicht. Der Gratis-Tarif erlaubt drei aktive Automationen mit je fünf Schritten, und jede Mail wie jede Wartezeit zählt als eigener Schritt. Fünf Mails mit vier Wartezeiten wären neun Schritte; das geht erst ab dem Comfort-Tarif mit 100 Schritten je Automation.

Kann ich im Gratis-Tarif von GetResponse Automationen laufen lassen?

Nach den ersten 14 Tagen nicht mehr. GetResponse gibt neuen Gratis-Konten zwei Wochen lang Zugriff auf die Premium-Funktionen und schreibt für diese Zeit, man könne beliebig viele Workflows anlegen und veröffentlichen. Danach entfallen die Premium-Funktionen; auf der Seite zum Gratis-Tarif heißt es, man könne Autoresponder und Automations-Workflows als Entwürfe anlegen und speichern.

Was ist der Unterschied zwischen einer Automatisierungsregel und einem Workflow?

Eine Regel ist ein einzelner Wenn-dann-Satz ohne Zeitachse: Ereignis tritt ein, Aktion wird ausgeführt. Ein Workflow ist der mehrstufige Ablauf mit Wartezeiten, Bedingungen und Verzweigungen. Systeme.io führt beides als getrennte Zeilen in der Preistabelle — wer nur auf die Regeln schaut, vergleicht die falsche Zahl.

Warum sind Tags so wichtig — reichen Gruppen oder Listen nicht?

Zum Verschicken reichen sie, zum Übergeben nicht zuverlässig. Ein Tag hängt am Kontakt und lässt sich von jeder Automation setzen und prüfen, ohne dass jemand die Liste wechselt. Deshalb ist die Zeile „Tagging: nicht verfügbar“ im GetResponse-Starter-Tarif folgenreicher als die Begrenzung auf einen Workflow: Der eine Ablauf läuft, aber er kann keinem zweiten mitteilen, was passiert ist.

Kann eine Automation mehrere Auslöser haben?

Bei MailerLite nur im Power-Tarif, dort bis zu drei je Automation; die Hilfeseite nennt es ausdrücklich eine kostenpflichtige Funktion. Darunter baut man denselben Ablauf für jeden Einstiegsweg erneut — und jede Kopie zählt gegen die Zahl der erlaubten Automationen. Bei drei erlaubten Automationen ist das schnell das ganze Budget.

Finde dein perfektes Tool in 60 Sekunden

Beantworte ein paar kurze Fragen und bekomme eine persönliche Empfehlung.

Zum kostenlosen Quiz →

Weiterlesen