E-Mail-Marketing-Kosten 2026: Was Tools wirklich kosten

Ratgeber · 19. August 2026 · 9 Min. Lesezeit

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Kurz gesagt: Was ein Newsletter-Tool kostet, entscheidet nicht die Preisliste, sondern die Abrechnungsgrundlage. Drei Modelle sind im Umlauf: pro Kontakt (Mailchimp, GetResponse, MailerLite, KlickTipp), pro versendeter E-Mail (Brevo) und als Paketpreis (Systeme.io). Bei Mailchimp zählen dabei auch abgemeldete und nicht abonnierte Kontakte weiter in die Rechnung — erst das Archivieren nimmt sie heraus.

Preisseiten von Newsletter-Anbietern sind erstaunlich schlecht vergleichbar. Der eine nennt einen Monatspreis für 1.000 Kontakte, der nächste einen für 20.000 E-Mails, der dritte wirbt mit „für immer kostenlos“ und meint damit 250 Adressen. Wer diese Zahlen nebeneinanderlegt, vergleicht drei verschiedene Dinge. Deshalb beginnt dieser Beitrag nicht bei den Preisen, sondern bei der Frage, wofür überhaupt abgerechnet wird.

Die drei Abrechnungsmodelle

Fast jedes Werkzeug am Markt gehört in eine dieser drei Schubladen. Welche es ist, entscheidet über deine Rechnung stärker als jeder Rabattcode.

ModellAbgerechnet wird nachTeuer wird es, wenn …Beispiele
Pro KontaktZahl der gespeicherten Adressen… die Liste schneller wächst als der UmsatzMailchimp, GetResponse, MailerLite, KlickTipp
Pro VersandZahl der verschickten E-Mails… du häufig an alle sendestBrevo
PaketpreisFunktionsumfang, Kontakte als Deckel… du eine Grenze des Pakets reißtSysteme.io

Die praktische Folge: Beim Kontaktmodell zahlst du für jede Adresse dasselbe, ob du ihr einmal im Jahr oder dreimal die Woche schreibst. Beim Versandmodell zahlst du nichts für eine Adresse, die still in der Datenbank liegt — dafür kostet jede zusätzliche Aussendung.

Die Falle: Kontakte bezahlen, die deine Mails nie sehen

Das ist der Punkt, an dem die meisten Rechnungen unbemerkt wachsen. Mailchimp schreibt in der eigenen Hilfe unmissverständlich, welche Kontaktstatus in die monatliche Kontaktgrenze zählen: abonniert – ja. Abgemeldet – ja. Nicht abonniert – ja. Nur bereinigte und archivierte Kontakte zählen nicht mit.

Im Alltag heißt das: Wer 2.000 aktive Abonnenten und 800 Abmeldungen im Konto hat, wird für 2.800 Kontakte abgerechnet — für 800 Adressen also, an die er nie wieder senden darf. Das Archivieren erledigt kein Anbieter von selbst; es ist eine Handbewegung, die man sich in den Kalender schreiben muss.

Karteileichen kosten dabei doppelt. Sie stehen auf der Rechnung, und sie drücken deine Zustellbarkeit, weil Postfach-Anbieter aus dem Verhalten der Empfänger ableiten, ob deine Mails erwünscht sind. Wie sich das messbar auswirkt, steht in unserem Beitrag zur Newsletter-Zustellbarkeit.

Was die Gratis-Tarife im August 2026 hergeben

2026 ist das Jahr, in dem die Gratis-Tarife geschrumpft sind. Zwei der bekanntesten Anbieter haben ihre kostenlosen Grenzen halbiert, und beide Änderungen gelten auch für bestehende Konten.

AnbieterKostenlos enthaltenWas der Deckel ist
Systeme.io2.000 Kontakte, unbegrenzte E-Mails3 Funnels, 1 Kurs, 1 Blog
Brevo300 E-Mails pro Tag, bis 100.000 gespeicherte KontakteTageslimit, nicht übertragbar
GetResponse500 Kontakte, 2.500 Newsletter pro Monat1 Landingpage, 1.000 Besucher/Monat
MailerLite250 Abonnenten, 2.500 E-Mails pro Monatseit 16.06.2026 halbiert (vorher 500 / 12.000)
Mailchimp250 Kontakte, 500 E-Mails pro Monatzusätzlich 250 Sendungen pro Tag
KlickTippkein Gratis-Tarif, Einstieg 30 € pro Monat

Quellen: Hilfeseiten und Preisseiten der Anbieter, abgerufen am 19.08.2026. MailerLite dokumentiert die Kürzung zum 16.06.2026 („Subscriber limit was reduced from 500 to 250 active subscribers“) selbst; Mailchimp nennt 250 Kontakte und 500 monatliche Sendungen im Hilfeartikel zu den Tarifen. Preise ändern sich — im Zweifel beim Anbieter nachsehen.

Für den Start ist die Rangfolge damit eindeutiger als noch vor einem Jahr: Systeme.io* gibt mit 2.000 Kontakten und unbegrenztem Versand mit Abstand am meisten heraus, GetResponse* hat den großzügigsten Gratis-Tarif unter den klassischen Newsletter-Werkzeugen, und MailerLite* ist trotz Kürzung weiterhin einer der günstigsten Einstiege in die Bezahltarife.

Welches Modell zu dir passt

Die Frage lässt sich mit einer einzigen Kennzahl beantworten: Wie oft schreibst du pro Monat an einen einzelnen Kontakt?

  • Selten, aber an viele (eine große Liste, ein Newsletter im Quartal): Das Kontaktmodell bestraft dich. Du zahlst zwölf Monate für Adressen, an die du viermal im Jahr schreibst. Ein Versandmodell wie das von Brevo rechnet nur das ab, was rausgeht.
  • Häufig, an eine überschaubare Liste (wöchentlicher Newsletter plus laufende Automationen): Hier gewinnt das Kontaktmodell mit Versand-Flatrate. KlickTipp* rechnet genau so ab — fester Preis nach Empfängerzahl, Versandmenge egal — und zählt Empfänger mit mehreren Adressen nur einmal.
  • Du brauchst nicht nur Mails, sondern den ganzen Verkaufsweg: Dann ist der Vergleich einzelner Mailpreise ohnehin irreführend, weil du sonst zwei Abos zahlst. Warum ein zweites Landingpage-Werkzeug schnell teurer ist als der Aufpreis für ein Komplettsystem, steht im Landingpage-Baukasten-Vergleich.

Konkrete Monatspreise für deine Listengröße rechnet unser Kostenrechner nebeneinander aus — das ersetzt das Zusammensuchen von fünf Preisseiten.

Die Kosten, die in keiner Preistabelle stehen

Zusatzmodule. Der Tarifpreis deckt selten alles ab. Bei KlickTipp kosten Landingpages über das im Paket enthaltene Kontingent hinaus 6 € pro Seite und Monat, die Einrichtung des Enterprise-Tarifs beginnt bei 699 € einmalig. Solche Posten stehen unter der Preistabelle, nicht darin.

Das Überschreiten von Grenzen. Jedes Modell hat einen Punkt, an dem es unangenehm wird: die nächste Kontaktstufe, das aufgebrauchte Tagesvolumen, die Landingpage-Besucher. Die Frage vor dem Abschluss lautet nicht „Was kostet es jetzt?“, sondern „Was passiert, wenn ich das Limit reiße — Aufpreis, Sperre oder automatisches Upgrade?“.

Jahresbindung. Rabatte für Vorauszahlung liegen üblicherweise bei 10 bis 20 Prozent. Das ist ein guter Preis für Planungssicherheit und ein schlechter für ein Werkzeug, das du noch nicht kennst. Im ersten Quartal monatlich zahlen, danach binden.

Der Wechsel. Kontakte lassen sich exportieren, Automationen, Formulare und Vorlagen nicht. Der eigentliche Preis eines Anbieterwechsels ist der Nachbau — deshalb ist die exportierbare Liste das Mindeste, worauf du vor dem Abschluss achten solltest.

Fazit

Vergleiche keine Monatspreise, sondern Abrechnungsgrundlagen. Wer selten sendet, zahlt beim Kontaktmodell für Stillstand; wer oft sendet, fährt mit einer Versand-Flatrate besser. Und bevor du überhaupt einen Tarif wechselst: Räum die Liste auf. Bei Mailchimp senkt allein das Archivieren abgemeldeter Kontakte die Rechnung sofort — und verbessert nebenbei, wo deine übrigen Mails landen. Welches Werkzeug fachlich zu deinem Vorhaben passt, zeigt unser Tool-Vergleich; was ein automatisierter E-Mail-Funnel daraus macht, steht im dazugehörigen Beitrag.

Häufige Fragen

Was kostet E-Mail-Marketing im Monat wirklich?

Für kleine Listen bis rund 1.000 Adressen liegt der Einstieg der Bezahltarife im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat; MailerLite beginnt bei 12 US-Dollar, GetResponse bei 16 Euro monatlich für die erste Kontaktstufe, KlickTipp bei 30 Euro für bis zu 2.500 Empfänger. Darunter geht es kostenlos, aber mit engen Grenzen. Der Betrag steigt fast immer mit der Kontaktzahl, nicht mit der Nutzung — deshalb ist die Listenpflege der wirksamste Kostenhebel.

Zählen abgemeldete Kontakte bei Mailchimp weiter mit?

Ja. Mailchimps Hilfe führt abonnierte, abgemeldete und nicht abonnierte Kontakte gleichermaßen als „zählt zur monatlichen Kontaktgrenze“. Nur bereinigte und archivierte Kontakte sind ausgenommen. Wer abgemeldete Adressen nicht regelmäßig archiviert, bezahlt dauerhaft für Empfänger, die er rechtlich gar nicht mehr anschreiben darf.

Welcher Gratis-Tarif ist 2026 der großzügigste?

Nach Kontakten gerechnet Systeme.io mit 2.000 Kontakten und unbegrenztem Versand, allerdings gedeckelt auf drei Funnels. Unter den reinen Newsletter-Werkzeugen liegt GetResponse mit 500 Kontakten und 2.500 Nachrichten im Monat vorn. Mailchimp und MailerLite erlauben im Gratis-Tarif jeweils 250 Adressen.

Ist die Abrechnung pro E-Mail günstiger als pro Kontakt?

Nur bei niedriger Versandfrequenz. Rechne beide Modelle mit deiner realistischen Zahl an Aussendungen pro Monat durch: Bei einem Newsletter im Quartal an eine große Liste ist das Versandmodell klar im Vorteil, bei wöchentlichem Versand plus Automationen kippt der Vergleich zugunsten einer Flatrate nach Empfängerzahl.

Warum steigt meine Rechnung, obwohl ich nicht mehr sende?

Weil beim Kontaktmodell die gespeicherte Adressmenge abgerechnet wird und nicht der Versand. Jede neue Anmeldung, jeder importierte Kontakt und jede nicht archivierte Abmeldung schiebt dich näher an die nächste Preisstufe — unabhängig davon, wie viele Mails tatsächlich rausgehen.

Lohnt sich die jährliche Zahlweise?

Sie spart üblicherweise 10 bis 20 Prozent, bindet dich aber an ein Werkzeug, dessen Grenzen du im ersten Monat noch nicht kennst. Sinnvoll ist die Reihenfolge: monatlich starten, nach etwa einem Quartal prüfen, ob Automationen und Zustellbarkeit passen, und erst dann auf Jahreszahlung wechseln.

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